Ausstellung 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Freitag, 22. Juli bis Sonntag, 7. August in der Erlöserkirche

Anlässlich des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ hat das Referat für christlich-jüdischen Dialog der Nordkirche eine umfangreiche Wanderausstellung konzipiert. Auf 20 Tafeln mit kurzen Texten und vielen eindrücklichen Bildern wird die Geschichte der Juden in Deutschland dokumentiert. Den Anfang machen drei Tafeln zur biblischen Geschichte Israels und zur Entstehung des Rabbinischen Judentums. Für das spätere Deutschland belegt erstmals ein Erlass des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321, dass Juden die Kultur seit der Spätantike mitgeprägt haben. Eine Blütezeit erlebte das Judentum im Frühmittelalter. Verheerende Pogrome verübten Kreuzzügler gegen die jüdischen Gemeinden im Rheinland. Während der Großen Pest im 14. Jh. führten antijüdische Verschwörungstheorien zu Gewalt und Vertreibungen. Unendlich lang war der Weg von der Diskriminierung über die Duldung bis zur bürgerlichen Gleichberechtigung der Juden. Fast ein Wunder, dass nach dem Völkermord des 20. Jahrhunderts neues jüdisches Leben in Deutschland entstanden ist. Die letzten Tafeln der Ausstellung führen bis in die aktuelle Gegenwart.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Samstag, 23. Juli, 19.30 Uhr: Eröffnung mit Jüdischen Liedern

Igor Dubovsky, Sänger (Basso profundo) Erlöserkirche Igor Dubowsky stammt aus Charkiw (Ukraine) und lebt seit 1999 in Deutschland. Seine Besonderheit ist die tiefe Bassstimme. Er singt Lieder auf Hebräisch und Jiddisch und einige Lieder aus seinem klassischen Bass-Repertoire. Er begleitet sich selbst am Klavier. Die Moderation mit Textübersetzungen und Erläuterungen macht Larysa Dubovsky. In der Konzertpause besteht Gelegenheit zum Betrachten der Ausstellung und um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Montag, 25. Juli, 19.30 Uhr: "Wer hat´s wirklich erfunden?" mit  Evamaria Bräuer, Museums- und Stadtführerin 

Die Namen Einstein – Freud, Zuckerberg und Levi Strauß, geboren als Löb Strauß 1829 im fränkischen Buttenheim, sprechen für beispiellose Erfindungen und Karrieren. Als Erfinder und Entdecker bekannter Produkte wurden und werden Juden bis heute meistens verschwiegen. In einem Bildvortrag befasst sich die Referentin mit diesen Vorgängen. Durch ihre Recherchen erfahren wir, dass viele von uns heute immer noch geschätzte Alltagsgegenstände, Erfindungen jüdischer Geschäftsleute sind.

Sonntag, 31. Juli, 16.00 Uhr: Führung durch den Israelitischen Friedhof mit Evamaria Bräuer, Museums- und Stadtführerin

Ein Friedhof ist mehr als nur ein letzter Ruheplatz. Besonders historische Friedhöfe sind Zeitzeugen, die uns viel von vergangenen Zeiten erzählen können. Bei diesem geführten Rundgang über den Israelitischen Friedhof erfahren Sie mehr über Begräbnisrituale des jüdischen Glaubens. Sie hören von ehemals hier und im Umland ansässigen Familien. An den vorhandenen Grabsteinen werden Symbole wie Inschriften erklärt.

Treffpunkt: Israelitischer Friedhof Gerolzhofen, Eingang am Tahara Haus. Bitte an festes Schuhwerk und aktuelle Hygieneregeln denken!

Der Eintritt bei allen Veranstaltungen ist frei, um Spenden wird gebeten