Epilog – Das Abbild Christi

Das Bild:
Das Gesicht des Christus ist gesammelt und ernst. Es begegnet uns mit festem Blick auf uns gerichtet. Es scheint auf unsere Frage zu antworten: Wer bist du, Christus, für uns? Wo finden wir dich, wie sprichst du uns an? „Ich bin“, das könnte er sagen.

Zwei Abdrücke des Gesichts Jesu sollen überliefert sein: das bekannte Grabtuch von Turin und das weniger fassbare und berühmte Schweißtuch in Manoppello. Nach diesem Ur-Bild und Vor-bild ist das Christusantlitz gestaltet: ganz schlicht und überwältigend, ein lebendiges, leuchtendes Gesicht.

 


Der Bibeltext (nach Johannes 20)


Simon Petrus ging in das leere Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.

 

Meditation:

Ich sehe dich, du bist im Zentrum, du bist im Licht. Ich sehe den Glanz, der dich umgibt.

Ich stehe dir gegenüber. Ich ahne, wer Du bist. Ich sehe Herrschaft und Herrlichkeit. Ich sehe Blut, Schweiß und Tränen.

Ich sehe den Aufrechten und Glaubenden, ich sehe den Unterdrückten und Zögernden. Ich sehe den, der empfangen wurde mit Freude und Jubel, und der bald darauf verurteilt wurde, gequält und getötet.

Ich sehe deine Augen. Ich sehe die erschöpfte Näherin in Bangladesh, den gefolterten Christen in Afghanistan und sterbende Kindersoldaten im Kongo.

Ich sehe dich, Jesus. Leidend und mitleidend. Ich sehe Güte. Ich sehe das Gute, das du bist. Ich sehe, was sich spiegeln soll von dir in mir, in meinen Augen, in meinem Leben. Denn ich bin Mensch. Ich bin geschaffen als Gottes Ebenbild. Ob ich reich bin oder arm, ob groß oder klein, dick oder dünn, weiß oder schwarz, ob ich hier lebe oder woanders – ich bin dein.

Ich stehe dir gegenüber. Ich sehe genau hin. Damit ich so sein kann, damit ich so Mensch werden kann, wie du mich gemeint hast.

 

An dieser Stelle kann das Glaubensbekenntnis gesprochen werden.

 

Schlussgebet:

Jesus, du willst uns mit deiner Liebe Kraft geben. Du gehst unseren Weg mit.

Wir bitten dich, lass uns spüren, was das heißen kann und mach uns stark für andere.
Wir bitten dich für die Erschöpften, die Geschlagenen, die Gemobbten, die Traurigen und Einsamen, die Verletzten, die Gestorbenen und die Lebenden.

Lass sie den Glanz deiner Liebe ahnen, schenke ihnen deine Kraft für ihr Leben.

Amen.

 

Es kann sich an dieser Stelle das Vaterunser anschließen.

 

Segen:

Gott segne dich auf deinem Weg. Gott behüte dich und deinen Glauben. Gott lasse den Glanz seiner Liebe leuchten: in dir für dich und durch dich.

So segne dich unser liebevoller und gnädiger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen